2 Monate Ersparnis: 2006 profitieren 31.000
Rekruten von der Wehrdienst-Verkürzung!

10.000 Zivildiener müssen nur noch 9 Monate dienen Grüne fordern einen Wehrpflicht-Ausstieg ab 2008

Mit dem Jahreswechsel ist beim Bundesheer die Verkürzung des Wehrdienstes in Kraft getreten. Heuer werden 31.250 Rekruten von diesem "Zeitgewinn" profitieren, sagte Verteidigungsminister Günther Platter. Die Reform bringt auch andere Modernisierungen, darunter eine "Komponenten-Verpflegung". Mit dem Jahr 2006 ist zudem der Startschuss für die neue Kommando-Struktur gefallen.

Sechs statt acht Monate Präsenzdienst heißt es heuer für 1.650 Burgenländer, 3.000 Kärntner, 2.150 Salzburger, 4.400 Steirer, 2.100 Tiroler und 1.450 Vorarlberger. Von dem "Reformbonus" profitieren weiters 8.700 Rekruten aus Niederösterreich, 3.800 aus Oberösterreich sowie 4.000 aus Wien, sagte Platter. Die Verkürzung des Grundwehrdienstes sei ein "wertvoller Zeitgewinn" für die jungen Menschen, ihre Familien sowie für ihre Arbeitgeber, so der Minister. Von der Verkürzung des Zividienstes von zwölf auf neun Monate betroffen sind übrigens rund 10.000 Personen.

Die Bundesheer-Reform bringt auch andere Neuerungen, etwa Berufsberatungen für Grundwehrdiener. Ein entsprechender Pilotversuch sei sehr positiv aufgenommen worden, berichtete Platter. Neu ist auch die "Komponenten-Verpflegung", diese bietet den Soldaten mehr Auswahl beim Essen. Sie dürfen künftig aus mehren Komponenten ihre Menüs selbst zusammenstellen. Zudem werden beim Heer künftig auch Sprachkurse angeboten. Außerdem sind Schuldner- und Drogenberatungen im Entstehen. Ein Teil der Gelder aus den Verkäufen der Kasernen - heuer sollen neun Standort veräußert werden - soll für die Verbesserung der Ausstattung der verbleibenden Gebäude verwendet werden, etwa für den Ausbau von Internetcafes.

Die Grundwehrdienst-Ausbildung wird insgesamt gestrafft. In den ersten neun Wochen wird die Grundausbildung absolviert. Danach folgen zwei weitere Basisblöcke, der Umgang mit Waffen und die Ausbildung im Verband. Der Grenzdienst bleibe bestehen, so Platter. Dieser dauert zwischen sieben und acht Wochen. Die Mehrkosten für die Reform, die hauptsächlich den Personalbereich betreffen, bezifferte Platter mit fünf Millionen Euro.

Mit dem Jahreswechsel ist gleichzeitig auch der Startschuss für die neue Kommando-Struktur gefallen. Operativ tätig wird das neue Streitkräftekommando unter Generalmajor Günter Höfler Mitte des Jahres.

Grüne für Wehrpflicht-Ausstieg ab 2008
Die Grünen haben die mit dem Jahreswechsel beginnende Verkürzung des Grundwehrdienstes begrüßt und gleichzeitig einen Ausstieg aus der Wehrpflicht ab 2008 gefordert. "Wenn der Assistenzeinsatz des Bundesheeres im Jahr 2008 beendet sein wird, gibt es keinen Grund mehr für eine Aufrechterhaltung der allgemeinen Wehrpflicht", meinte Sicherheitssprecher Peter Pilz. (apa)