18-Jähriger bei Messerstecherei getötet: Blutiger Streit im im Bezirk Gänserndorf

Zwei Männer verletzt - Mutmaßlicher Täter verhaftet Verdächtiger fühlte sich durch laute Musik gestört

Ein Streit um laute Musik war Samstagabend der Auslöser für eine Bluttat in Strasshof (Bezirk Gänserndorf). Ein 18-jähriger Koch wurde von einem 28-jährigen Mann erstochen, zwei Brüder des Opfers verletzt. Ein 27-Jähriger musste im Wiener SMZ Ost notoperiert werden. Er befand sich laut Landeskriminalamt Niederösterreich nicht mehr in Lebensgefahr. Der Täter spricht von "Notwehr".

Die Polizei war gegen 18.00 Uhr via Notruf zu einer tätlichen Auseinandersetzung zu einem Wohnhaus in Strasshof/Nordbahn gerufen worden. Dort fanden die Beamten die Leiche des Denis A. sowie den schwer verletzten Dejan A. Der Kaufmann hatte eine Stichverletzung unterhalb des Herzens. Ein dritter Bruder der serbischen Familie, ein 16-jähriger Elektriker, wies leichte Schnittverletzungen am Oberkörper auf. Er wurde im Krankenhaus Mistelbach ambulant behandelt.

Die Mordgruppe des Landeskriminalamtes forschte den im gleichen Haus lebenden Günter P. (28) als Tatverdächtigen aus. Bei dem Mann, einem Österreicher, wurde ein Fixiermesser mit einer mehr als 20 Zentimeter langen Klinge sichergestellt.

P. fühlte sich seinen Angaben zufolge am Abend durch laute Musik aus einer Wohnung gestört. Er läutete an der Sprechanlage und begab sich dann in Richtung zweiter Stock zur Unterkunft der Brüder. Im Stiegenhaus kam es zu einer Diskussion zwischen den Männern. Wie der 16-Jährige aussagte, zog P. plötzlich ein Messer und stach auf Denis A. ein. Als die Brüder das Opfer in Sicherheit bringen wollten, soll der 28-Jährige den Angaben zufolge auch auf die anderen beiden Serben eingestochen haben.

Denis A. wurde in die Wohnung geschleppt, wo er starb. Der Gerichtsmediziner stellte fünf Stichverletzungen im Oberkörper des Burschen fest. Ein Herzstich sowie Verbluten wurden als Todesursache angeführt. Dem 16-Jährigen zufolge war es bisher zu keinen Streitigkeiten mit dem mutmaßlichen Täter, gegen den Mordverdacht erhoben wurde, gekommen. P. erlitt nur leichte Kratzverletzungen im Gesicht und gab "Notwehr" an. Sein Messer habe er immer eingesteckt, argumentierte er. Alkohol war nicht im Spiel.

(apa/red)