130.000 Euro für Goldmedaille: Italien sind Siege seiner Athleten am meisten wert!

Österreich zahlt 12.000 Euro mit "Philharmonikern" Norweger eiskalt: Staat zahlt keinen Cent an Prämie

Für Italiens Sportstars geht es steil nach oben: Mehr als verdreifacht hat die Gastgeber-Nation ihre Medaillenprämien für die Olympischen Winterspiele in Turin. Wie aus einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) hervor geht, wird jeder Olympiasieger aus dem Land von "Tomba la bomba" fast fürstlich mit 130.000 Euro belohnt, vor vier Jahren gab's in Salt Lake City nur 38.400 Euro. Österreich zahlt 12.000 Euro für Gold. Aber nicht Bares ist Wahres, die ÖOC-Sportler dürfen sich über Philharmonikermünzen freuen.

Der olympische Gastgeber-Bonus ist einfach nicht zu toppen: Auch die Griechen hatten ihren Siegern bei den Sommerspielen 2004 in Athen eine Rekordprämie überwiesen - 190.000 Euro. Mit der "Preiserhöhung" will nun auch das Nationale Olympische Komitee Italiens (CONI) seine Medaillenkandidaten zusätzlich anspornen. Nie war Gold so wertvoll wie beim 17-tägigen Wintersportspektakel auf Eis und Schnee. Auch Silber blinkt verlockend: 65.000 Euro (Salt Lake City: 20.500) bekommt jeder Zweite, immerhin noch 40.000 Euro (10.200) ist Bronze wert.

Die Stiftung Deutsche Sporthilfe (DSH) zahlt gern, aber auch nicht mehr als in Nagano (1998), Sydney (2000), Salt Lake City (2002) oder Athen (2004). Deutsche Olympiasieger dürfen wieder mit 15.000 Euro rechnen, Zweite mit 10.000, jeder Drittplatzierte mit 7.500; selbst Platz acht ist noch 1.500 Euro wert.

Weniger Geld für Gold bei den Russen
Russland hat seinen Spitzenplatz nach zwei Winterspielen mit der absoluten Rekord-Gage an Italien verloren. Jeder Olympiasieger könnte diesmal 41.600 Euro einstreichen - etwa zwei Drittel weniger als vor vier Jahren am Großen Salzsee, als das russische NOK noch 115.000 Euro locker machte. Wer aus Moskau oder St. Peterburg kommt, kann sich allerdings auf einen Nachschlag freuen: Ein Olympiasieger aus der russischen Hauptstadt bekommt 41.600 Euro dazu.

Sommerliche Gefühle dürften bei den spanischen Winter-Olympioniken aufkommen, denn die Geld-Gleichung ist verlockend. Das spanische NOK will seinen Helden ebenso viel zahlen wie seinen Medaillengewinnern in Athen: Mehr als die 75.000 Euro für Gold bekommen nur die Italiener, für Silber gibt's 40.000, für Bronze 24.000 Euro. Auch Frankreich vergütet Erfolge mit stattlichen Honoraren: 40.000 - 20.000 - 13.000 Euro.

Reich werden kann ein Olympiasieger aus Österreich nicht, befindet die dpa, es sei denn, er heißt Hermann Maier und hat großzügige Sponsoren. Im Vergleich zu Salt Lake City erwartet die Medaillengewinner aber ein Zuschlag, 2006 gibt es 12.000/10.000/8.000 Euro, 2002 gab es 11.000/9.000/7.000. Dagegen bekommen die US-Amerikaner für olympische Großtaten weit weniger als noch beim Heimspiel 2002: Vor vier Jahren 28.900, diesmal 20.800 Euro für einen Platz auf dem obersten Podest.

Norweger zahlen nur die Vorbereitung, nicht die Siege
Völlig kalt lassen die Norweger solche Rechenspiele. Die Wintersport-Großmacht zahlt ihren Medaillengewinnern keinen Cent - das ist die übliche Praxis. Der Staat stecke schon genug in die Vorbereitung des Teams, lautet die Begründung. Außerdem spielen Superstars wie Biathlon-König Ole Einar Björndalen - in Salt Lake City mit vier Goldmedaillen dekoriert - durch Sponsorenverträge übers Jahr locker das zig-fache von möglichen NOK- oder Verbandsprämien ein.

(apa/red)